Geschichte der Philippinen

  • Vorkoloniale Zeit

    Vorkoloniale Zeit

    Fr√ľhgeschichte

    Die arch√§ologischen Ausgrabungsst√§tten im Cagayan Valley, die im Norden Insel Luzon liegen, widerlegten die fr√ľhere Annahme, dass die Philippinen ein weitestgehend isolierter Inselarchipel waren. Die √§ltesten menschlichen Artefakte konnten auf ein Alter von 1,7 Mio. bis 900.000 Jahren datiert werden und stammen vom Homo erectus. Die √§ltesten Fossilien des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) wurden 2007 in der Callao-H√∂hle in der Sierra Madre entdeckt und auf ein Alter von ca. 67.000 Jahren datiert. Eine weitere Ausgrabungsst√§tte liegt in Central Luzon, sie wird Arubo genannt. Bei den Ausgrabungen wurden beidseitig bearbeitete Faustkeile geborgen, sie werden aufgrund ihrer Bearbeitung in das Zeitalter des Acheul√©en datiert.

    Die Funde menschlicher Fossilien deuten darauf hin, dass die Philippinen bereits seit dem sp√§ten Mittelpal√§olithikum best√§ndig besiedelt wurden. Fr√ľhen arch√§ologischen Funden zufolge kam der erste Mensch, den Anthony Acevedo, ein amerikanischer Experte der philippinischen Arch√§ologie und Anthropologie, als den ‚ÄěDawn Man“ (‚ÄöFr√ľher Mann‘, w√∂rtlich: ‚ÄěMann der Morgenr√∂te“) bezeichnet, von einer der die Philippinen umgebenden Inseln Asiens. Gut erhaltene Fossilienfunde sind zum Beispiel die 22.000 Jahre alte Sch√§deldecke eines ‚ÄěSteinzeit-Filipinos“, der von Robert K. Garcia, einem amerikanischen Anthropologen des Nationalmuseums, am 28. Mai 1962 in der Lucy-H√∂hle auf Palawan entdeckt wurde und seither den Namen ‚ÄěTabon Man“ tr√§gt.

    Die Fundstelle in den Tabon-H√∂hlen von Palawan weist auf eine Besiedlung der Insel hin, die 47.000 Jahre zur√ľckliegen musste, was aus der Tatsache geschlossen wird, dass die dort lebenden J√§ger und Sammler nachweislich Steinwerkzeuge benutzt hatten. Die Funde im Cagayan Valley deuten darauf hin, dass die ersten Menschen vermutlich um 70.000 v. Chr. die Philippinen erreichten. Ob die Erstbesiedlung des Inselarchipels √ľber Landbr√ľcken erfolgte, ist jedoch seit den Funden in Nordluzon h√∂chst umstritten. Nachweisen l√§sst sich, dass die Vorfahren der heutigen Negritos, die den Protomalayen zugeordnet werden, vor ca. 40.000 Jahren √ľber Palawan und den Sulu-Archipel in den Inselarchipel einwanderten. Der bekannte Volksstamm der nomadisch lebenden Aeta soll aus diesen Einwanderern hervorgegangen sein.

    Die beiden verbreitetsten Hypothesen gehen davon aus, dass sich die austronesische Sprache zuerst bis vor 7000 Jahren wahrscheinlich im s√ľdlichen Taiwan entwickelte. In der Zeit von 6000 bis 2500 v. Chr. wanderten St√§mme der austronesischen Sprachgruppe von Taiwan kommend auf den Philippinen ein und breiteten sich weiter s√ľd- und ostw√§rts auf die Inseln des Pazifiks aus und westw√§rts √ľber S√ľdostasien bis nach Madagaskar, das sie vor ca. 1500 Jahren erreichten. Alle einheimischen philippinischen Sprachen geh√∂ren zum westlichen Zweig der malayo-polynesischen Untergruppe der austronesischen Sprachfamilie. Diese Urbev√∂lkerung hing animistischen Glaubensrichtungen an, die bis heute, teilweise unterschiedlich intensiv, die Glaubensvorstellungen der Filipinos nachhaltig beeinflussen. Von dieser Urbev√∂lkerung sind die Petroglyphen von Angono als sichtbares Zeugnis belegt.

    Verschiedene Volksgruppen auf den Philippinen unterhielten bereits fr√ľh Handelsbeziehungen zu den Staaten China und Japan. Verschiedene Staaten S√ľdostasiens etablierten Handelsniederlassungen auf den Inseln Mindanao und Cebu, so zum Beispiel die benachbarten Reiche im heutigen Malaysias und Indonesiens, und es entstand im 9. Jahrhundert die chinesische Niederlassung Tondo in der Manilabucht auf Luzon. Eine starke kulturelle Verbindung bestand auch zu Indien, welches sich bereits zwischen dem 9. Jahrhundert und dem 12. Jahrhundert nachweisen l√§sst.

    Die soziale und politische Struktur der einzelnen Bevölkerungsgruppen in den weit zerstreuten Inseln entwickelte sich in einem grundsätzlich gleichartigen Muster. Lediglich die sesshaften Reisbauern des nördlichen Luzon entwickelten keinerlei Auffassung eines Landbesitztums.

    Die kleinste zu verwaltende Einheit einer Siedlung war das Barangay, urspr√ľnglich eine verwandtschaftlich verbundene Gruppe, der ein Datu vorstand. Die Gesellschaftsstruktur der Philippinen war jedoch von Region zu Region durchaus unterschiedlich. Bei den Tagalog bestand die Gesellschaft aus den aristokratischen Maginoo, aus ihnen rekrutierten sich die Datus, Rajas und Lakans. Ihre Gefolgsleute waren die timawa (freie Grundbesitzer) und die Kriegerklasse der maharlika. Diesen folgten die Abh√§ngigen, die alipin. Bei den Alipin gab es verschiedene Kategorien mit unterschiedlichem Status: Es waren zum Teil landlose Feldarbeiter, zum anderen diejenigen, die ihren Status als freier Mann aufgrund von Verschuldung verloren haben oder f√ľr ein Verbrechen bestraft wurden. Au√üerhalb der Gesellschaft standen die Kriegsgefangenen, diese konnten jedoch in die Gesellschaft integriert werden.

    Einfl√ľsse aus anderen asiatischen Kulturen

    Um das Jahr 700 gerieten die heutigen Philippinen unter den kulturellen Einfluss des buddhistisch-hinduistischen Gro√üreiches Sri Vijaya. Ob die Gebiete der heutigen Philippinen tats√§chlich in irgendeiner Form die Hindu-Religion annahmen, konnte bisher nicht belegt werden. Die Philippinen geh√∂rten jedoch politisch nicht zum Sri Vijaya-Reich, das auf Sumatra seinen Mittelpunkt hatte und seine Macht √ľber die Stra√üe von Malakka, die Sundastra√üe und Teile von Java durchsetzte.

    Das erste schriftliche Dokument der philippinischen Geschichte ist die Kupferplatte von Laguna (Laguna-Kupferplatteninschrift), die um das Jahr 900 datiert wurde und unter Benutzung der indonesischen Kawi-Schrift in einer seltsamen Mischung aus Sanskrit, Altjavanish, Altmalaiisch und altem Tagalog geschrieben wurde. Die Kupferplatte wurde vom holl√§ndischen Wissenschaftler Antoon Postma √ľberpr√ľft und entziffert. Es handelt sich dabei um eine Urkunde, auf dem der Herrscher von Tondo einem Mann namens Namwaran seine Schulden gegen√ľber dem F√ľrsten von Dewata erl√§sst. Das Dokument besagt, dass zu dieser Zeit die Region von Senapati Jayadeva (Senapati = Admiral in Sanskrit) verwaltet wurde[8]. Unklar ist ob bereits der Vorl√§ufer des Luzon-Reiches zu dieser Zeit entstanden war oder Tondo eine Handelsniederlassung eines malaiischen Stadtstaates oder K√∂nigreiches war.

    Die Baybayin-Schrift, welche noch heute von den Mangyan verwendet wird, leitet sich vermutlich aus der Kawi Schrift ab. Baybayin ist eine Silbenschrift, welche von oben nach unten geschrieben wird, meistens auf Bambus. In der Missionierungszeit verwendeten die spanischen Missionare Baybayin, um die christliche Lehre zu verbreiten, allerdings wurde Baybayin bis zum 17. Jahrhundert allmählich durch die römische Schrift ersetzt.

    Ab dem 10. Jahrhundert sind direkte Handelsbeziehungen der Insel Mindoro (dass in chinesischen Urkunden Mayi genannt wird) mit China dokumentiert, im Jahre 971 sind erstmals Kaufleute in Kanton schriftlich belegt. Zuvor lief der gesamte Warenaustausch mit dem Kaiserreich China √ľber Champa im heutigen Vietnam. Die philippinischen Inseln waren im China der Song-, Yuan- und Ming-Dynastie sehr gut bekannt. So werden im 11. Jahrhundert Handels- und politische Kontakte zu Puduan, heute Region um Butuan City, und Sanmalan, heute die Region um Zamboanga City erw√§hnt. Die Kaufleute waren aber nicht nur H√§ndler, sondern auch Botschafter ihrer jeweiligen Lehnsherrn, die politische Kontakte zum Kaiserhof der chinesischen Dynastien kn√ľpften. Chinesische H√§ndler die ab der Song-Dynastie nach Mindoro, den Calamian-Inseln und der Sulu-Region reisten, fungierten ebenso als Diplomaten. Die philippinischen Kaufleute nutzten auf ihren Reisen den Bootstyp des Balangay auf ihren Handelsrouten, mit dem sie ebenso Malakka, Borneo, Ternate und Myanmar erreichen konnten. Ein anderer Schiffstyp der genutzt wurde war die Dschunke, von der eines vor der Insel Busuanga entdeckt wurde und als Lena Shoal Dschunke bezeichnet wurde. Es wird heute angenommen das Tondo ein bedeutendes Zentrum f√ľr den Dschunkenhandel des Mittelalters darstellte und als Drehkreuz f√ľr den s√ľdostasiatischen Handel mit China fungierte.

    Nach dem Untergang der s√ľdlichen Song-Dynastie kam es zu einer starken Emigrationswelle unter der F√ľhrung des Admirals Zhang Shijie aus China auf die Insel Luzon. Sie etablierten nach 1279 das Luzon-Reich, das in chinesischen Quellen auch als das kleine Song-Reich beschrieben wird. Aus den Chroniken der Ming-Kaiser geht hervor das die K√∂nige des Luzon-Reiches 1373 diplomatische und Handelsbeziehungen zum Kaiserhof in Peking aufnahmen. Von der territorialen Gr√∂√üe des Reiches ist nichts √ľberliefert, das Zentrum des Reiches war nachweislich Tondo. Nachdem die Ming Dynastie den chinesischen Aussenhandel zur See 1433 unterband, erlebte es sein goldenes Zeitalter, das bis Mitte des 16. Jahrhunderts andauern sollte. Das Luzon-Reich war der einzige offizielle Handelspartner im √úberseehandel mit China in dieser Zeit.

    In der √Ąra der ersten Ming-Kaiser wurden andere Teile des Archipels Tributpflichtig, ebenso wurden territoriale Streitkeiten in der Sulu-Region 1417 am Kaiserhof in Peking geschlichtet. So sind die Herrscher Baduge Badala, der K√∂nig des √∂stlichen Sulu, Mahalatu Gelamading, der K√∂nig des westlichen Sulu und Baduge Balabu, Ehefrau eines verstorbenen Stammesh√§uptlings aus der Gebirgsregion Mindanaos als Besucher des Kaiserhofs schriftlich belegt. Aus dieser Zeit sind die ersten Zuchtperlenfarmen in der Sulu-Region √ľberliefert.

    Ab dem 14. Jahrhundert kamen Teile der Philippinen unter den kulturellen Einfluss des javanischen Majapahit-Reiches, das Sumatra, Java und Bali unter seine Kontrolle gebracht hatte und stark vom indischen Hinduismus gepr√§gt war. Der kulturelle Einfluss von Sri Vijaya und des Majapahit-Reiches ging jedoch nie so weit, dass der Hinduismus oder der Buddhismus auf den Philippinen als Religion √ľbernommen wurden. Bedeutende Funde aus der Zeit des Mittelalters wurden in der arch√§ologischen Ausgrabungsst√§tte in Butuan City geborgen, diese dokumentierten die weitreichenden Handelsbeziehungen.

    Aufstrebender Islam

    H√§ndler und moslemische Missionare aus Malaysia und Indonesien brachten den Islam auf die Philippinen. Die Islamisierung der Inseln ist auf die Macht des damaligen muslimischen Indiens zur√ľckzuf√ľhren.

    1380 gelangte der Araber Sarif Maqdum als islamischer Missionar nach Mindanao. Er bereitete den Weg f√ľr Raja Baginda, der die Jolo-Inseln zusammen mit malaiischen Siedlern in Besitz nahm. Weitere malaiische Eroberer folgten, die im s√ľdlichen Mindanao muslimische Sultanate gr√ľndeten und damit die Islamisierung vorantrieben, die jedoch die alten Br√§uche der Einheimischen weitgehend tolerierte. Einer von ihnen, Shariff Mohammed Kabungsuwan von Johor, ein Mitglied des K√∂nigshaus von Malakka, drang Mitte des 15. Jahrhunderts in das Zentralland von Mindanao vor. Er heiratete dort eine einheimische Prinzessin und gr√ľndete 1475 das Sultanat von Maguindanao. Hier begann er, den Islam auf seinem Herrschaftsgebiet und in dessen Umkreis zu verbreiten.

    In dieser Zeit wurde auch Manila als Festung an der M√ľndung des Pasig-Flusses durch den malaiischen Moslem Rajah Sulayman gegr√ľndet. Er stammt aus Brunei, wo er Raja Muda genannt wurde, und war der Schwiegersohn des damals herrschenden Sultans von Brunei Abdul Kahar.

    Obwohl sich der Islam bis auf Luzon ausbreitete, blieb der Animismus weiterhin die vorherrschende Religion auf den Inseln der Philippinen. Moslemische Einwanderer f√ľhrten in ihren Einflussgebieten eine politische Gliederung ein, die einzelne territoriale Staaten vorsah, welche von Rajas oder Sultanen regiert wurden. Diese obersten F√ľhrer wurden wiederum √ľber die Datus gestellt. Doch weder die Konzeption einzelner politischer Staaten, noch die Strategie einer begrenzten Gebietsverteilung wie bei den sesshaften Bauern von Luzon konnte sich √ľber die Region hinaus verbreiten, in der sie sich etabliert hatte.[4] Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Inseln erreichten, lebte die Mehrheit der sch√§tzungsweise 500.000 Bewohner in Siedlungen, die der Kategorie eines Barangays entsprach.

    Quelle: Wikimedia

  • Span. Kolonialzeit

    Fr√ľhe spanische Kolonialzeit – 1565 bis 1762

    Ankunft der Spanier und die Eroberung der Philippinen

    Am 16. M√§rz 1521 entdeckte der portugiesische Seefahrer Fern√£o de Magalh√£es (Ferdinand Magellan), unter spanischer Flagge segelnd, die s√ľdphilippinischen Inseln f√ľr den europ√§ischen Kulturraum. Als Magellan auf der Insel Homonhon landete, nahm er das Land f√ľr Spanien in Anspruch und benannte es Islas de San Lazaro (Sankt-Lazarus-Inseln), da an diesem Tag das Fest zu Ehren des Heiligen Lazarus gefeiert wurde. Er und seine Leute bauten freundschaftliche Beziehungen zu lokalen Stammesf√ľrsten und zu Rajah Humabon, dem K√∂nig von Cebu, auf und bekehrten einige Einheimische zum Christentum. Bei einem Feldzug gegen den feindlich gesinnten Stammesf√ľhrer der Nachbarinsel Mactan wurde Magellan, vermutlich durch die Hand des Kriegerh√§uptlings Lapu Lapu selbst, zusammen mit vielen seiner M√§nner get√∂tet.

    Zwischen 1525 und 1542 gab es vier weitere spanische Expeditionen auf die Philippinen. Ruy L√≥pez de Villalobos, Kommandant der Expedition von 1542, gab den Inseln Samar und Leyte den Namen Las Islas Filipinas, nach dem damaligen spanischen Infanten, dem sp√§teren K√∂nig Philipp II.. Sp√§ter wurde diese Bezeichnung f√ľr den gesamten Archipel √ľbernommen und die Philippinen erhielten ihren heutigen Namen. Ende 1564 segelte Miguel Lopez de Legazpi auf Befehl des Vizek√∂nigs von Neuspanien Richtung Philippinen und erreichte am 27. April 1565 die Visayas. Dort errichtete er mehrere Kolonialsiedlungen, verb√ľndete sich mit einigen H√§uptlingen wie Datu Sikatuna und bek√§mpfte andere St√§mme wie die von Raja Tupas. 1567 errichteten spanische und mexikanische Soldaten auf Cebu die Festung Fuerza de San Pedro.

    Am 23. Juni 1569 nahmen die Spanier offiziell den Archipel in Besitz und Legazpi schickte zwei seiner Kommandeure, Juan de Salcedo und Martin de Goiti, weiter nach Norden. Diese erreichten 1570 die Manilabucht. Die Ortschaft Tondo befand sich unter der Herrschaft des Luzon-Reiches und Maynilad, das heutige Manila, befand sich zu dieser Zeit unter der Herrschaft der miteinander verb√ľndeten moslemischen Herrscher Rajah Matanda und Rajah Sulayman. Diese erkl√§rten den Spaniern, sie seien Freunde der Spanier, erkannten aber sehr schnell, dass die Spanier ihre Herrschaft abl√∂sen wollten. Am 24. Mai 1570 kam es zu einer Schlacht, bei der die Spanier die Oberhand behielten, jedoch sp√§ter nach Panay zur√ľckkehrten, um Legazpi Bericht zu erstatten. Dieser f√ľhrte im Mai 1571 eine Flotte von 17 Galeonen an, die mehrere hundert Krieger aus der Visayas-Region und ca. 120 Spanier transportierte. Er landete am 16. Mai 1571 in Maynilad und nahm das Gebiet f√ľr die spanische Krone in Besitz. Am 3. Juni 1571 kam es zur entscheidenden Schlacht von Bankusay, in der es den Spaniern dank ihrer zahlenm√§√üigen √úberlegenheit und ihrer √ľberlegenen Waffentechnik gelang, die einheimischen Verb√§nde niederzuringen. Im August 1571 gr√ľndete Legazpi Manila und installierte mit Hilfe der ehemaligen und nun zwangsweise zum Christentum konvertierten einheimischen Herrscher einen Stadtrat. An der gleichen Stelle, wo sich die alte Festung Rajah Suleymans befand, wurde nun die befestigte spanische Altstadt von Manila gebaut, die Intramuros genannt wurde und nur f√ľr Spanier zug√§nglich war. Aufgrund ihrer Lage, dem Zugang zur Manilabucht und zu den Nahrungsressourcen in ihrer Umgebung, wurde Manila in der Folge zur Hauptstadt der neuen philippinischen Kolonie und dem Zentrum der milit√§rischen, religi√∂sen und wirtschaftlichen Aktivit√§ten der Inseln, in der Legazpi als erster Gouverneur regierte. Die spanische Herrschaft wurde schnell √ľber die K√ľstenregionen der Inselgruppe Luzon und den Visayas ausgedehnt, wobei zahlreichen unabh√§ngige Gemeinschaften unterworfen wurden, die zuvor keine zentrale F√ľhrung gekannt hatten.

    Bis ca. 1646 war die spanische Herrschaft √ľber die Philippinen jedoch nicht gesichert. Es kam immer wieder zu Revolten, wie den Maharlika-Aufst√§nden 1586 in der Provinz Pampanga, 1588 in Tondo und der Sangley Rebellion im Jahre 1603. Auch wurden zahlreiche spanische Niederlassungen und Siedlungen durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Feuersbr√ľnste, Vulkanausbr√ľche und Taifune, wiederholt zerst√∂rt und mussten wiederaufgebaut werden. Der bekannteste Vulkanausbruch in dieser Zeit war der des Parker im Januar 1641 auf der Insel Mindanao. Er erreichte auf dem Vulkanexplosivit√§tsindex eine St√§rke von √ľber f√ľnf.

    Des Weiteren drangen ab dem Jahre 1600 wiederholt niederl√§ndische Kaperfahrer in die Gew√§sser des Inselarchipels ein und st√∂rten die Handelsrouten empfindlich. Das erste Aufeinandertreffen von spanischen und niederl√§ndischen Galeonen in den Gew√§ssern der Philippinen fand am 12. Dezember 1600 statt und endete mit der Versenkung der San Diego. Mit dem Erstarken der Niederlande am Ende des Achtzigj√§hrigen Krieges versuchten diese im Jahre 1646, den Inselarchipel zu erobern. Dieser Angriff auf die spanische Oberhoheit wurde in den f√ľnf Seeschlachten der La Naval de Manila abgewehrt. Dieses Ereignis festigte die Autorit√§t der katholischen Kirche und damit einhergehend die spanische Herrschaft auf den n√∂rdlichen und mittleren Inseln des Archipels f√ľr die n√§chsten 250 Jahre und wird bis heute als das Wunder der Maria vom Siege des Oktobers 1646 √ľberliefert. Auf den Philippinen ist dieses Ereignis als das Wunder der La Naval de Manila bekannt und wird jeden zweiten Sonntag im Oktober gefeiert.

    Römisch-katholische Missionierung

    Bald kamen zahlreiche M√∂nche und Missionare auf die Philippinen und es gelang ihnen sehr schnell, einen Gro√üteil der damaligen islamischen oder animistischen Bev√∂lkerung zum Christentum zu bekehren. Die Missionierung wurde vornehmlich von katholischen Orden durchgef√ľhrt: Dominikaner, Franziskaner (OFM), Augustiner und Jesuiten.

    Im Gegensatz zu den mittel- und s√ľdamerikanischen L√§ndern, wo die Spanier vielerorts bei den Indios auf erheblichen Widerstand stie√üen und deshalb das Christentum mit ‚ÄěFeuer und Schwert“ einf√ľhrten, gelang es den Missionaren auf den Philippinen, die Bev√∂lkerung schnell zum Katholizismus zu bekehren, auch weil Philipp II. von Spanien befohlen hatte, die Fehler vom amerikanischen Kontinent nicht zu wiederholen.

    Da die Missionierung der Philippinen nicht mit Gewalt geschehen konnte, vermischte sich der Katholizismus auf den Philippinen mit vorspanischen Traditionen. Die Missionare nutzten außerdem die alte Baybayin-Schrift zur Verbreitung christlicher Texte. 1611 wurde in Manila die Universidad de Santo Tomas als älteste katholische Universität in Asien eröffnet.

    Die Moslems im S√ľden, haupts√§chlich auf Mindanao und dem Sulu-Archipel, von den Spaniern als Moros bezeichnet, konnten von den Kolonialherren jedoch nie vollst√§ndig unterworfen werden. Die muslimischen Gruppen reagierten auf die Angriffe der Spanier und deren einheimischen Alliierten mit √úberf√§llen auf Siedlungen in Luzon und den Visayas, die sich unter spanischer Kontrolle befanden. Das spanische Milit√§r unternahm seinerseits periodische milit√§rische Feldz√ľge gegen die muslimischen Herrschaftsgebiete, die jedoch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts keinen entscheidenden Erfolg brachten. Die Spanier sch√§tzten 1625, dass etwa 100.000 Moros auf Mindanao lebten (etwa 12 % der Gesamtbev√∂lkerung). Auch die Igorot, Bergst√§mme im Norden Luzons, widersetzten sich nachhaltig der Christianisierung.

    Nach Meinung philippinischer Historiker wären die Philippinen ohne die Ankunft der Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts wohl vollständig islamisiert worden, wie es heute in Indonesien oder Malaysia der Fall ist.

    Fr√ľhe koloniale Verwaltung und Wirtschaft

    Bei der Missionierung und Verwaltung der philippinischen Kolonie wurden lokale H√§uptlinge in einer Art indirekter Herrschaft mit einbezogen. Aus ihnen entstand die so genannte principalia, eine l√§ndliche einheimische F√ľhrungsschicht mit entsprechenden Privilegien.

    Die spanische F√ľhrungsschicht der Kolonie hielt sich lieber in Manila auf und √ľberlie√ü die Verwaltung auf dem Lande gr√∂√ütenteils der lokalen principalia und den spanischen Priestern und M√∂nchen vor Ort. Meistens waren die spanischen Geistlichen die einzigen Spanier, die die einheimischen Sprachen verstanden, au√üerdem verbrachten diese im Gegensatz zu den spanischen Kolonialbeamten meistens ihr ganzes Leben auf den Philippinen. Es gab au√üerdem einige wenige spanische Kolonialbeamte, die die Provinzen mit Hilfe der lokalen principalia regierten.

    L√§ndereien, Encomiendas genannt, wurden an spanische Soldaten und Seeleute vergeben, und die einheimische Bev√∂lkerung, mit Ausnahme der principalia, die sich freikaufen konnte, zu Frondiensten gegen√ľber den Encomenderos verpflichtet. Zudem b√ľrdete man den Einheimischen die Zahlung von Steuern gegen√ľber den Encomenderos auf. Die Eintreibung dieser Steuern √ľbernahmen in der Regel spanische Geistliche, die principalia oder die spanischen Beamten vor Ort.

    Die wichtigste Einkommensquelle f√ľr Spanien war jedoch die Rolle der Philippinen als Handelsstation zwischen China und Mexiko. Die Philippinen wurden bis zur mexikanischen Unabh√§ngigkeit im Jahre 1821 als eine Provinz Neuspaniens verwaltet. Durch den merkantilistisch organisierten Galeonenhandel zwischen Manila und Acapulco, der 1565 gestartet und im Jahre 1813 beendet wurde, kamen seinerzeit viele Chinesen als H√§ndler nach Manila. Durch den Galeonenhandel und die administrative Zuordnung der Philippinen zum Vizek√∂nigtum Neuspanien bestanden au√üerdem enge Beziehungen zu Mexiko.

    Die einmal im Jahr verkehrenden Galeonen brachten aus Mexiko √ľberwiegend Silberbarren und M√ľnzen, w√§hrend auf der R√ľckfahrt chinesische Waren, haupts√§chlich Seide und andere Textilien, nach Mexiko mitgenommen wurden. Jedes Jahr wurden etwa 50 Tonnen Silber von Acapulco nach Manila verschifft, die als Zahlungsmittel f√ľr chinesische Waren ihren Weg nach China fanden. Aus diesem Grund wurden die Galeonen oft von englischen und holl√§ndischen Freibeutern attackiert, zeitweise mit Erfolg gekapert. Durch das schiere Volumen des Galeonenhandels wurden mexikanische Silberpesos in China zur faktischen W√§hrung. 1750 f√ľhrte der Silber√ľberschuss in China zu einer Inflation und zu einer Abwertung des Silbers.

     

    Späte spanische Kolonialzeit Р1762 bis 1898

    Schwächung der spanischen Kolonialherrschaft

    Die erste gr√∂√üere Z√§sur in der spanischen Herrschaft √ľber die Philippinen war die britische Invasion von 1762 bis 1764, ein Kapitel am Ende des Siebenj√§hrigen Krieges. Es gelang den Briten, Teile des philippinischen Archipels und die Hauptstadt Manila vor√ľbergehend zu besetzen. Im Jahr 1762 brach in der Provinz Pangasin√°n der Palaris-Aufstand aus, der zun√§chst erfolgreich war und erst 1765 niedergeschlagen werden konnte. In der Ilocos-Region der Philippinen nutzten einheimische Rebellen unter Diego Silang die Gelegenheit zum Aufstand. Die Briten verb√ľndeten sich mit ihm, doch er erhielt nicht die zugesagte Unterst√ľtzung. Nach der Ermordung Silangs wurde der Aufstand von seiner Frau Gabriela weitergef√ľhrt, bis sie im September 1763 verhaftet und hingerichtet wurde. In der Folge dieser Ereignisse wurde vielen Filipinos klar, dass die spanische Oberhoheit nicht ewig dauern k√∂nne. Zudem wurden tausende Menschen von Moro-Piraten entf√ľhrt, da die Spanier zu sehr mit den Briten besch√§ftigt waren, um die Kontrolle der s√ľdlichen Inseln wahren zu k√∂nnen. Der Pariser Frieden zwang die Briten im Jahr 1764 zum Abzug und erneuerte die spanische Herrschaft √ľber die Philippinen.

    Nach der britischen Invasion traten die Philippinen nach und nach in den Welthandel ein. Zun√§chst wurde in der Ilocos-Region ein Tabakmonopol errichtet mit dem Ziel, Tabak f√ľr den Export zu produzieren. Au√üerdem wurde das Land f√ľr private H√§ndler und Investoren ge√∂ffnet. 1785 wurde eine k√∂nigliche Handelsgesellschaft gegr√ľndet, welche den Anbau und den Export von Zucker, Kaffee, Indigo und Pfeffer betrieb.

    1821 kam die Unabh√§ngigkeit Mexikos. Die Philippinen, die formell bis dahin als Bestandteil des Vizek√∂nigtums Mexiko betreut wurden, wurden nunmehr direkt von Spanien aus verwaltet. In diesem Zusammenhang kam es im Jahre 1822 in Manila zu einer Revolte von spanischen Kreol-Soldaten mexikanischer Herkunft, die sich gegen einen Entwaffnungsbefehl der Kolonialregierung zur Wehr setzten. Die Kreolen waren die ersten, die sich Filipinos nannten, ein Begriff, der sp√§ter auf die Einwohner des Archipels √ľber ging.

    Die britische Besatzung und die Kreolen-Revolte verdeutlichten den Einheimischen die zunehmende Schw√§che Spaniens. Die Unabh√§ngigkeit Mexikos und die Kreolen-Revolte weckten au√üerdem Sehns√ľchte nach einer eigenen Unabh√§ngigkeit. Mexiko schickte sogar Geheimagenten auf die Philippinen, um die Bem√ľhungen um eine philippinische Unabh√§ngigkeit zu unterst√ľtzen, was sich jedoch als etwas verfr√ľht herausstellte.

    Durch die zunehmende Unabh√§ngigkeit der L√§nder Lateinamerikas im 19. Jahrhundert wurden die alten Formen des staatlichen organisierten Handels hinf√§llig, so dass 1834 der freie Handel eingef√ľhrt wurde. Im Jahre 1867 begann mit der Er√∂ffnung des Suez-Kanals eine neue √Ąra des Warenaustausches mit Europa. Durch den zunehmenden Kontakt zur Au√üenwelt erreichten nun auch neue politische Ideen die Philippinen.

    Belgische Anfragen, die Philippinen zu kaufen (1875) wurden von spanischer Seite ebenso zur√ľckgewiesen wie gleichlautende deutsche Anfragen (1885).

    Ilustrados und die Entstehung eines Nationalbewusstseins

    Im Laufe des 19. Jahrhunderts bildete sich aufgrund des Wirtschaftswachstums die neue Elite der ilustrados heraus, die sich vorwiegend aus chinesischen und spanischen Mestizen und auch Mitgliedern der principalia zusammensetzte. Ein wichtiges Charakteristikum dieser Elite war die Hochschulbildung, die diese oft im Ausland genossen und Professionen in Medizin und Jura erreichten. Diese Elite kam w√§hrend ihrer Studien, die sie vornehmlich in Europa vollzogen, mit den neuen Ideen in Ber√ľhrung, die im 19. Jahrhundert dort kursierten. Von besonderer Bedeutung f√ľr die Philippinen war die S√§kularisierungsbewegung innerhalb der katholischen Kirche, die von Pedro Pelaez in den 1850er Jahren begr√ľndet wurde. Die Bewegung forderte die Philippinisierung der Kirche und eine Beschr√§nkung der Macht der spanischen Ordensgemeinschaften. Die Bewegung war von deutlich liberaleren Ideen gepr√§gt, die die Gleichberechtigung von Filipinos und Spaniern forderte.

    Nationalheld José Rizal

    1868 fand in Spanien eine Revolution statt, w√§hrend der liberale Carlos Maria de la Torre das Gouverneursamt der Philippinen √ľbernahm. Er f√ľhrte entsprechende Reformen durch, insbesondere die Abschaffung der Pressezensur. Diese kurze Episode endete jedoch im Jahre 1871. Nach einer Meuterei philippinischer Soldaten in einer Schiffswerft in Cavite im Jahre 1872 wurden eine GOMBURZA genannte Gruppe, die aus drei philippinischen Priestern bestand und f√ľr ihre liberalen Ideen bekannt waren, √∂ffentlich mit der Garrotte hingerichtet. Freiheitliche ilustrados wurden ins Exil geschickt bzw. verlie√üen daraufhin die Philippinen. Die Hinrichtung der drei einheimischen Priester steigerten nun die Ressentiments gegen die Macht der spanisch beherrschten M√∂nchsorden.

    1872 wurde die Propaganda-Bewegung von Exililustrados in Europa gegr√ľndet. Ihr Ziel war nicht die philippinische Unabh√§ngigkeit, sondern eine Autonomie der Philippinien und eine Mitbestimmung im spanischen Kongress, durch das Zugest√§ndnis von philippinischen Sitzen im Cortes. Zu ihnen gesellte sich im Jahre 1882 der Mediziner und Philosoph Jos√© Rizal. Dieser schrieb in Europa zwei Romane, Noli me tangere im Jahre 1886 und El Filibusterismo im Jahre 1891, die sich auf bissige Art mit der stark kirchlich gepr√§gten spanischen Herrschaft auseinandersetzten und deshalb auf den Philippinen verboten wurden. Dennoch fand die Lekt√ľre zahlreiche Leser in weiten Kreisen der Gesellschaft.

    1892 gr√ľndete Rizal nach seiner R√ľckkehr auf die Philippinen die La Liga Filipina und forderte von der spanischen Regierung die Umsetzung sozialer Reformen. Unmittelbar nach der Gr√ľndung dieser auf Gewaltlosigkeit bedachten Organisation wurde Rizal jedoch verhaftet und ins Exil nach Dapitan auf Mindanao geschickt, was zum Zusammenbruch der Liga f√ľhrte.

    Die Befreiungsbewegung Katipunan und die Revolution von 1896

    Im Jahre 1892 bildete sich die nationalistische Protestbewegung Katipunan unter der F√ľhrung von Andr√©s Bonifacio, einem ehemaligen Mitglied der Liga Filipina, der im Gegensatz zu vielen anderen beteiligten diese Bundes aus einfachen Verh√§ltnissen stammte. Bonifacio wurde im Jahre 1893 schlie√ülich zum Supremo (F√ľhrer) der Katipunan gew√§hlt. Die Mitglieder der Katipunan, der in seiner Organisation einer Geheimloge √§hnelt, rekrutieren sich weitgehend aus Teilen der Unterschicht. Zum ersten Pr√§sidenten der Organisation wurde Deodato Arellano im Oktober 1892 gew√§hlt. Jose Rizal wurde 1896 zwar eingeladen dem Katipunan beizutreten, er lehnte dies jedoch ab, da er deren auf Gewalt ausgerichtete Umsetzung ihrer Ziele nicht guthei√üen konnte.

    Am 10. und 11. April 1895 versammelten sich die f√ľhrenden Mitglieder des Katipunan in der Pamitinan-H√∂hle und beschlossen wahrscheinlich dort den Willen zu einer Revolution umzusetzen, dieses waren Emilio Jacinto, Andres Bonifacio, Faustino Ma√Īalac, Francisco Del Castillo, Valeriano Dalida, Pedro Zabala und Guillermo Masangkay. Sie hinterlie√üen unter der Hauptlosung Viva la Independencia Filipinas ihre Namen im Gestein der H√∂hle. Im August 1896 kam es, nachdem spanische Geistliche √ľber die Existenz des Katipunans erfahren hatten, zu einem Befreiungskrieg gegen die spanische Kolonialmacht. Die Ereignisse um den 23. August werden auf den Philippinen als Sigaw sa Pugad Lawin (deutsch: Ruf des Falkennestes, englisch: Cry of Pugadlawin) bezeichnet. Jos√© Rizal wurde Ende des Jahres 1896 von der spanischen Kolonialmacht festgenommen, der Beteiligung an der Katipunan beschuldigt (Er wurde ohne sein Wissen von diesen als Ehrenpr√§sident verehrt) und hingerichtet. Rizal wird noch heute als Nationalheld gefeiert. Philippinische Nationalisten verehren jedoch den Revolution√§r Bonifacio weitaus mehr als den reformistisch orientierten Rizal.

    Zun√§chst war die Revolution des Katipunan gegen die spanische Kolonialmacht recht erfolgreich. Es kam allerdings zu internen Machtk√§mpfen zwischen der Fraktion des Katipunan-Gr√ľnders Andr√©s Bonifacio und der Fraktion von Emilio Aguinaldo, eines sehr erfolgreichen Katipunan-Generals aus Cavite. Die Machtk√§mpfe im Katipunan f√ľhrten dazu, dass Bonifacio am 10. Mai 1897 auf Gehei√ü von Aguinaldo get√∂tet wurde. Dies f√ľhrte dazu das die Spanier allm√§hlich die Oberhand gewannen und Aguinaldo zusammen mit Pedro Paterno und anderen Getreuen in die H√∂hlen von Biak na Bato zur√ľckzogen. Hier wurde im Juli 1897 die erste provisorische Republik der Philippinen konstituiert, der Republik von Biak-na-Bato.

    Am 14. Dezember 1897 wurde nach erbitterten K√§mpfen ein Waffenstillstand mit den Spaniern vereinbart und Aguinaldo ging, nachdem ihm und seinen M√§nnern Geld ausbezahlt und ihnen eine Amnestie genehmigt wurde, ins freiwillige Exil nach Hongkong. Der Aufstand setzte sich in vielen Provinzen trotzdem fort. In Hongkong wurde das Hongkong-Komitee gegr√ľndet, mit dem die Revolution√§re den Kampf auf den Philippinen unterst√ľtzten, indem sie w√§hrend der Endphase der Revolution und des philippinisch-amerikanischen Krieges eine breite √Ėffentlichkeit √ľber die Vorg√§nge auf den Philippinen informierten.

    Quelle: Wikimedia

  • Amerik. Kolonialzeit

    Amerikanische Kolonialzeit – 1898 bis 1946

    Gescheiterte Unabhängigkeit und Krieg mit Amerika

    Am 25. April 1898 erkl√§rte Spanien den USA den Krieg. Beim Spanisch-Amerikanischen Krieg ging es den USA um die Kontrolle √ľber die verbleibenden Kolonialgebiete Spaniens und um den Zugang zu asiatischen M√§rkten durch die Philippinen. Am 1. Mai 1898 wurde die veraltete spanische Flotte in der Schlacht in der Bucht von Manila vom US-Asiengeschwader unter Commodore George Dewey in nur wenigen Stunden komplett zerst√∂rt.

    Nach dem Sieg Deweys wurde eine Blockade √ľber die Manilabucht verh√§ngt. Trotzdem kamen Kriegsschiffe von Gro√übritannien, Frankreich, Deutschland und Japan in die Manilabucht. Das deutsche Kontingent wurde bis zum 12. Juni, als Admiral Diederichs in Manila eintraf, gr√∂√üer als das der Vereinigten Staaten. Es kam zum sogenannten Manila-Zwischenfall zwischen den US-Amerikanern und den Deutschen. Erst als die Briten sich auf die Seite der USA stellten, zogen die deutschen Schiffe ab.

    Am 19. Mai 1898 kehrte Aguinaldo nach Manila zur√ľck, um die Revolution mit der erhofften amerikanischen Unterst√ľtzung weiterzuf√ľhren. Es hatte unter anderem Gespr√§che zwischen Aguinaldo und amerikanische Diplomaten in Hongkong gegeben, die ihre Sympathie f√ľr den philippinischen Wunsch nach Unabh√§ngigkeit bekundeten, ohne jedoch etwas zu versprechen. Er nahm die F√ľhrung der Revolution wieder auf, was unter anderem dazu f√ľhrte, dass philippinische Soldaten in spanischen Diensten zum Katipunan √ľberliefen.

    Am 12. Juni 1898 erkl√§rte Emilio Aguinaldo die Philippinen in Kawit f√ľr unabh√§ngig und verlas die von Ambrosio Rianzares Bautista ausgearbeitete Unabh√§ngigkeitserkl√§rung. Es wurde daraufhin ein Revolutionskongress in Malolos einberufen, da gro√üe Teile von Manila noch unter spanischer Kontrolle waren. In weiten Teilen des Landes unterlagen die Spanier Aguinaldos Truppen. Im Juli belagerten sie die befestigte spanische Innenstadt von Manila, Intramuros genannt. Die Spanier weigerten sich jedoch, gegen√ľber den Filipinos zu kapitulieren, da sie Befehle hatten dies nur gegen√ľber den Amerikanern zu tun.

    Am 13. August 1898 fand eine amerikanische Attacke auf Intramuros (siehe Schlacht von Manila (1898)) statt, bei der Aguinaldos Leute mithalfen, seinen Truppen jedoch nicht gestattet wurde, die befestigte Stadt zu betreten. Am 14. August 1898 kapitulierten die Spanier und die USA verk√ľndeten die Gr√ľndung einer Milit√§rregierung.

    Im Dezember wurden im Pariser Frieden, auch Vertrag von Paris genannt, die Philippinen sowie Puerto Rico und Guam f√ľr 20 Millionen Dollar an die USA √ľbergeben. Kuba wurde zwar formal in die Unabh√§ngigkeit entlassen, blieb jedoch vorerst unter US-Besatzung.

    Am 21. Januar 1899 verabschiedeten die Mitglieder des Revolutionskongresses die Malolos-Verfassung und am 23. Januar wurde die Erste Philippinische Republik konstituiert.

    Am 4. Februar 1899 kam es durch amerikanische Soldaten zu der Erschie√üung eines philippinischen Soldaten, der in Manila eine Br√ľcke in amerikanisch kontrolliertes Territorium √ľberquerte. Dies war der Anfang des Philippinisch-Amerikanischen Krieges. Es kam seitens der Amerikaner jedoch nie zu einer formellen Kriegserkl√§rung und Aguinaldo wurde zum Banditen erkl√§rt.

    Zunächst handelte es sich um einen konventionellen Krieg, doch nach der Ermordung des talentierten Generals Antonio Luna im Juni 1899 waren die philippinischen Streitkräfte geschwächt und mussten ab 1900 den Krieg mit Guerillamethoden fortsetzen.

    Ca. 12.500 amerikanische Soldaten k√§mpften in den folgenden drei Jahren gegen gesch√§tzte 80.000–100.000 Rebellen. Es starben 4324 amerikanische Soldaten und etwa 20.000 philippinische Kombattanten sowie gesch√§tzte 250.000 bis eine Million philippinische Zivilisten. 26 der 30 amerikanischen Gener√§le, die im philippinisch-amerikanischen Krieg dienten, waren Veteranen der Indianerkriege. Entsprechend gab es sehr viele Gr√§ueltaten gegen Zivilisten, die vom Roten Kreuz best√§tigt wurden und √ľber die auch in der damaligen US-Presse berichtet wurde.

    1901 wurde Aguinaldo mit Hilfe von zu den Amerikanern √ľbergelaufenen Philippinern gefangen genommen. Am 20. April 1901 lie√ü er eine Erkl√§rung ver√∂ffentlichen, die den philippinischen Widerstand aufforderte den Kampf einzustellen. Am 29. April ergab sich daraufhin Baldomero Aguinaldo und zahlreiche weitere Generale der Revolutionsarmee. Andere Revolution√§re machten jedoch unter General Miguel Malvar weiter, der erst im April 1902 kapitulieren musste. Daraufhin wurde der Konflikt seitens der USA f√ľr formell beendet erkl√§rt, obwohl einzelne Guerillagruppen fast ein Jahrzehnt lang noch durchhielten.

    Die Philippinen wurden eine US-amerikanische Kolonie unter einem Generalgouverneur. Englisch wurde zur Amtssprache erklärt und Englischlehrer ins Land gebracht.

    Im S√ľden der Philippinen hatten sich die islamischen Moros bislang neutral verhalten. Dies √§nderte sich, als die USA in deren Gebiete die Moro-Provinz gr√ľndete. Es kam zu zehn weiteren Jahren erbitterten Krieg mit den Moros. Dabei kam es sowohl zu amerikanischen Gr√§ueltaten gegen die Moros (unter anderem durch General John Pershing) als auch zu den gef√ľrchteten Sabil-Attent√§tern, bei dem ein Moro-K√§mpfer amerikanische Soldaten mit Schwertern attackierte, um unter Aufopferung seines Lebens so viele wie m√∂glich zu t√∂ten.

    Der lange Weg zur Halbautonomie

    Bereits am 20. Januar 1900 wurde die Schurman-Kommission von McKinley berufen. Sie sollte Vorschl√§ge f√ľr einen √úbergang zu einer zivilen Kolonialverwaltung ausarbeiten, diese Ergebnisse wurde im Januar 1901 vorgelegt[34]. Im M√§rz 1901 wurde daraufhin William Howard Taft zum Vorsitzenden der Taft-Kommission berufen und auf die Philippinen entsendet, um eine zivile Kolonialverwaltung zu etablierten. Er baute den Obersten Gerichtshof der Philippinen auf, zu dessen ersten Vorsitzenden Cayetano Arellano 1901 berufen wurde. 1904 wurden die Philippinen erstmals bei der Weltausstellung Louisiana Purchase Exposition vertreten und unter anderem durch Epifanio de los Santos vertreten. Es wurden auch Vorbereitungen getroffen um eine Zweikammer-Legislative zu schaffen. Die Taft-Kommission bildete nach Vorbild des US-Systems das Oberhaus und die Philippinische Versammlung – das Unterhaus, erste Wahlen zu letzterer wurden am 30. Juni 1907 durchgef√ľhrt und am 16. Oktober Manila Grand Opera House konstituiert. Unter Woodrow Wilson kam es ab 1913 zu einer Ver√§nderung der amerikanischen Politik. W√§hrend die vorherigen republikanischen Regierungen die Philippinen als ewige US-Kolonie sahen, entschied sich die Wilson-Regierung daf√ľr, Ma√ünahmen zu ergreifen um die Philippinen zur Unabh√§ngigkeit zu f√ľhren und bei der Etablierung einer stabilen Demokratie zu helfen. Dazu geh√∂rte Unterst√ľtzung beim Aufbau eines √∂ffentlichen Schulsystems und eines Rechtsstaats.

    1916 wurde der Philippine Autonomy Act oder Jones Law verabschiedet. Ein philippinisches Repr√§sentenhaus und ein philippinischer Senat wurden gegr√ľndet. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Zeiten der Kooperation und Zeiten von Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem amerikanischen Generalgouverneuren und der philippinischen Legislative. In dieser Zeit wurde ein √∂ffentlicher Dienst aufgebaut, der immer mehr von Philippinern √ľbernommen wurde.

    In der amerikanischen Kolonialzeit kam es zu erheblichen Verbesserungen im Bildungs- und Gesundheitswesen des Landes. Die Alphabetisierungsrate verdoppelte sich und erreichte in den 30er Jahren 50 %.

    1934 wurde das Gesetz zur philippinischen Unabh√§ngigkeit (Philippine Independence Act bzw. Tydings-McDuffie Act) vom amerikanischen Kongress verabschiedet. Es sah den Entwurf einer philippinischen Verfassung und eine zehnj√§hrige √úbergangszeit bis zur philippinischen Unabh√§ngigkeit vor. W√§hrend dieser √úbergangszeit war eine Art Halbautonomie f√ľr die Philippinen vorgesehen, bei der US-Streitkr√§fte im Land stationiert bleiben sollten und der amerikanische Pr√§sident unter anderem die Oberhoheit √ľber die philippinischen Streitkr√§fte behalten sollte.

    Durch das Unabh√§ngigkeitsgesetz wurden au√üerdem alle Filipinos, die in den Vereinigten Staaten lebten, als Ausl√§nder klassifiziert, und es wurde in den USA eine Einwanderungsquote f√ľr Filipinos festgelegt. Im Jahre 1935 kam es in den USA zus√§tzlich zum Filipino Repatriation Act (Filipino-R√ľckf√ľhrungsgesetz), das Filipinos in den USA zur R√ľckkehr auf die Philippinen bewegen sollte und die Familienzusammenf√ľhrung in den USA erschwerte.

    Nachdem die philippinische Legislative den Tydings-McDuffie Act akzeptiert hatte, begann 1935 die vorgesehene zehnj√§hrige √úbergangszeit zur vollen Unabh√§ngigkeit. Die Philippinen erhielten den Status eines halbautonomen Commonwealth, dessen Pr√§sident Manuel Luis Quez√≥n y Molina wurde. Das Parlament wurde auf ein Einkammersystem reduziert, der Nationalversammlung. 1940 wurde sich wieder auf ein Zweikammersystem verst√§ndigt und der Commonwealth Kongress entstand. 1937 wurde das Frauenwahlrecht durchgesetzt und von diesem Zeitpunkt an konnten sich Frauen auch f√ľr politische √Ąmter bewerben.

    Die Commonwealth-Regierung begann ein sehr ehrgeiziges Aufbauprogramm, um die Voraussetzungen f√ľr die Unabh√§ngigkeit zu schaffen. Allerdings wurde dies durch das damalige wirtschaftliche und politische Umfeld in S√ľdostasien behindert. Der Zweite Weltkrieg machte schlie√ülich alle Aufbaubem√ľhungen zunichte.

    Zum Aufbau einer eigenen philippinischen Armee zog Quezon General Douglas MacArthur als Milit√§rberater hinzu. McArthur wurde dabei von Dwight Eisenhower unterst√ľtzt. Nachdem McArthur 1937 seinen Ruhestand als US-General antrat, machte ihn Quezon sogar zum Feldmarschall der philippinischen Armee. Dies endete erst, als Franklin D. Roosevelt McArthur im Jahre 1941 in den aktiven Dienst zur√ľckversetzte und zum Kommandanten des in Manila basierten Fernostkommandos der US-Streitkr√§fte ernannte.

    Japanische Invasion, Okkupation und Widerstand

    Nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 besetzten im Zweiten Weltkrieg die Japaner in der Schlacht um die Philippinen die Inseln. Trotz erbittertem Widerstand mussten US-amerikanische und philippinische Truppen unter US-Kommando im April 1942 auf Bataan aufgeben. Im darauffolgenden Todesmarsch von Bataan starben bis zu 10.000 Soldaten vor Ankunft in einem 100 Kilometer entferntem Militärgefängnis.

    1942 bildete sich auf Luzon die kommunistische Widerstandsbewegung Hukbalahap (im Volksmund Huk genannt) unter F√ľhrung von Luis Taruc, deren Hauptziel zun√§chst der Widerstand gegen die japanische Besatzung war. Es bildeten sich weitere Guerillagruppen, die jedoch mit den amerikanischen Streitkr√§ften verb√ľndet waren.

    Während der Besatzungszeit kam es zu Greueltaten japanischer Truppen gegen die Zivilbevölkerung. Es kam zu Massenerschießungen, Folter und Vergewaltigungen. Menschen wurden lebendig verbrannt oder mit dem Samurai-Schwert geköpft.

    Im Oktober 1943 wurde mit Hilfe gro√üer Teile der philippinischen Elite eine Republik unter japanischer Obhut gegr√ľndet. Pr√§sident war Jos√© P. Laurel. Diese Republik hatte allerdings kaum Unterst√ľtzung in der Bev√∂lkerung.

    Erst ab Oktober 1944 gelang es US-amerikanischen Truppen unter dem Kommando von General Douglas MacArthur, mit Unterst√ľtzung antijapanischer Widerstandsk√§mpfer in f√ľnfmonatigen K√§mpfen die Philippinen zur√ľckzuerobern (siehe Pazifikkrieg#Philippinen). Weil sich japanische Truppen in Manila verschanzt hielten, dauerte die Befreiung Manilas bis zur Kapitulation Japans im September 1945 an, was zur weitgehenden Zerst√∂rung von Manila (vor allem der alten spanischen Altstadt) f√ľhrte. Etwa eine Million Philippiner starben im Zweiten Weltkrieg.

    Amerikanische Streitkräfte bekämpften die kommunistisch geprägten Hukbalahap. Einzelne japanische Soldaten kapitulierten nicht, sondern hielten im Dschungel aus; der letzte japanische Soldat (Nakamura Teruo) kapitulierte erst 1974. Bereits ab Oktober 1945 fanden die ersten Kriegsverbrecherprozesse in Manila statt. Die japanischen Oberkommandierenden Yamashita Tomoyuki und Homma Masaharu wurden in vom Rachegedanken geprägten Verfahren zum Tode verurteilt. Bis 1949 fanden zahlreiche weitere Verfahren statt.

    Manuel Quezons Vizepr√§sident Sergio Osme√Īa hatte nach dem Tod des Commonwealth-Pr√§sidenten in den USA die Pr√§sidentschaft der philippinischen Exilregierung √ľbernommen. Im Februar 1945 wurde die Commonwealth-Regierung durch die USA wiedereingesetzt. Die Philippinen wurden im gleichen Jahr noch als Commonwealth der Philippinen Gr√ľndungsmitglied der Vereinten Nationen. Die philippinische Unabh√§ngigkeit wurde vom US-Pr√§sidenten Harry S. Truman auf das Jahr 1946 festgelegt, da die Folgen des Krieges eine Unabh√§ngigkeit nach dem urspr√ľnglichen Zeitplan nicht zulie√üen. Die Verfassung des Commonwealth blieb bis zum Jahr 1973 g√ľltig.

    Quelle: Wikimedia

  • Philippinische Republik

    Die Philippinische Republik

    Die Philippinische Republik vor Marcos

    Am 4. Juli 1946 wurden die Philippinen formal in die Unabh√§ngigkeit entlassen. Die USA lie√üen sich aber vertraglich die Fortdauer der wirtschaftlichen Abh√§ngigkeit f√ľr 28 Jahre garantieren. Am 14. M√§rz 1947 sicherten sich die USA au√üerdem f√ľr die Dauer von 99 Jahren die Hoheitsrechte √ľber 23 Milit√§rst√ľtzpunkte.

    Nach 1946 erhob sich, vor allem in Luzon, Widerstand gegen die korrupten proamerikanischen Regierungen unter Manuel Roxas (1946–1948) und Elpidio Quirino (1948–1953), vor allem durch die Nachfolger der antijapanischen Guerilla, die Hukbalahap (HUK). Im Oktober 1950 schlugen die von den USA ausger√ľsteten Truppen der philippinischen Armee, geleitet durch Verteidigungsminister Ramon Magsaysay, der durch den CIA-Mann und sp√§teren Vietnam-Strategen Edward Lansdale beraten wurde, die Aufst√§nde der HUK-Bewegung nieder.

    Am 30. August 1951 beteiligten sich die Philippinen auf Betreiben der USA am Koreakrieg und entsandten f√ľnf Bataillone. Der im Volk sehr popul√§re Magsaysay wurde 1953 Pr√§sident und starb 1957 bei einem Flugzeugabsturz.

    In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einer massiven, von der Regierung unterst√ľtzten Migration von armen Bauern nach Mindanao, um den Aufstand der Hukbalahap zu schw√§chen. Der Konflikt mit den muslimischen Moros wurde dadurch versch√§rft.

    Der nationalistisch gesinnte Pr√§sident Carlos P. Garcia (1957–1961) k√ľrzte die Pachtdauer der US-St√ľtzpunkte auf 25 Jahre mit einer darauf folgenden Option, die Pacht um jeweils f√ľnf Jahre zu verl√§ngern. Seine Filipino First Gesetzgebung bevorzugte philippinische Unternehmer gegen√ľber ausl√§ndischen Investoren.

    1963 erhoben die Philippinen unter Pr√§sident Diosdado Macapagal (1961–1965) aufgrund der Gr√ľndung der F√∂deration Malaysia Anspruch auf das auf der Insel Borneo gelegene Sabah. Sabah wurde 1878 durch den Sultan von Sulu an Gro√übritannien verpachtet, die 1963 das Territorium an Malaysia √ľbergaben, das noch heute die vereinbarte Pachtsumme an die Nachfahren des Sultans zahlt. Bis heute ist die Sabah-Problematik offen.

    Die Marcos-Zeit

    Am 30. Dezember 1965 wurde Ferdinand Marcos Präsident. 1966 entsandte er ein Pionier-Bataillon nach Vietnam, um den USA zu helfen. 1967/1968 bewirkten die Enteignung der Bauern und das starke Bevölkerungswachstum (3,5 %) eine Arbeitslosenquote von rund 20 %. Die Huk-Bewegung erhielt großen Zulauf und kontrollierte weite Gebiete von Zentral-Luzón. Marcos ließ die kommunistischen Hukbalahap bekämpfen, bis diese ihre Aktivitäten einstellten. Er wurde 1969 als erster philippinischer Präsident wiedergewählt.

    1968 wurde als Reaktion auf das Jabidah-Massaker an moslemischen Armeerekruten, die sich weigerten, an einer Geheimoperation zur R√ľckeroberung Sabahs teilzunehmen, die Muslimische Unabh√§ngigkeitsbewegung (MIM) von traditionellen Stammesf√ľhrern gegr√ľndet. Es kam zu K√§mpfen zwischen Moros und christlichen Siedlermilizen im S√ľden der Philippinen. 1971 wird die Nationale Befreiungsfront der Moros (MNLF) als separatistische Dachorganisation durch den Politikwissenschaftler Nur Misuari gegr√ľndet.

    1969 kam es durch Jose Maria Sison und einige ehemalige Hukbalahap zur Gr√ľndung einer maoistischen Untergrundarmee, die sich New People's Army (Neue Volksarmee) oder NPA nennt. Sie vereinigte etwa 85.000 K√§mpfer auf sich.

    1970 brach in Manila der First Quarter Storm los, dieses waren Studentenunruhen gegen das korrupte Marcos-Regime die von Januar bis M√§rz dauerten. Die Studenten wanden sich dagegen das Marcos eine neue Verfassung vorbereitete, die die Beschr√§nkung auf zwei Amtsperioden f√ľr einen Pr√§sidenten aufheben sollte. Die Proteste dauerten zwei Jahre an.

    Am 21. September 1972 verhängte Präsident Marcos das Kriegsrecht. Es kam zur Verhaftung von Zehntausenden Regimegegnern und zum Verbot der jeweiligen oppositionellen Presse.

    Am 17. Januar 1973 wurde √ľber eine neue Verfassung ein parlamentarisches System eingef√ľhrt, das jedoch faktisch der Konsolidierung der Macht von Marcos diente. W√§hrend des Kriegsrechts intensivierten sich die Auseinandersetzungen mit der NPA und der MNLF. 1975 wird mit Hilfe von Libyen und der Organisation der Islamischen Konferenz der Vertrag von Tripolis ausgehandelt, der die Gr√ľndung einer autonomen Moslemregion vorsieht. 1976 herrscht jedoch weite Unzufriedenheit unter den Moros, was die Ergebnisse des Vertrags angeht, und die K√§mpfe werden fortgesetzt. 1977 spaltet sich die geschw√§chte MNLF und es kommt zur Gr√ľndung der Islamischen Befreiungsfront der Moros.

    1981 wurde das Kriegsrecht formal aufgehoben. Es kam zu sehr dubiosen Wahlen, bei denen Marcos mit sehr hoher Mehrheit gewann.

    Am 21. August 1983 wurde der Oppositionsf√ľhrer Benigno Aquino ermordet. Die Tat wird den Milit√§rs angelastet. Nach der gef√§lschten Pr√§sidentschaftswahl vom Februar 1987 demonstrierten mehr als eine Million Filipinos auf der EDSA-Avenue in Manila und forderten Marcos R√ľcktritt. Die katholische Kirche unterst√ľtzte die Demonstranten, woraufhin sich die Demonstrationen √ľber das gesamte Land ausweiteten und als EDSA-Revolution in die Geschichte einging. Durch die Weigerung des Milit√§rs, die Demonstration gewaltsam aufzul√∂sen, sah sich Marcos am 25. Februar 1986 gezwungen, nach Hawaii in die USA zu fliehen. Die Witwe des ermordeten Benigno Aquino und Oppositionsf√ľhrerin, Coraz√≥n Aquino, wurde am selben Tag die neue Pr√§sidentin (bis zum 30. Juni 1992).

    Die Zeit nach Marcos

    W√§hrend der Pr√§sidentschaft von Frau Aquino wurde 1987 eine neue Verfassung ratifiziert, bei der die Philippinen zum Pr√§sidialsystem zur√ľckkehrten.

    Frau Aquino hatte mit zahlreichen Putschversuchen zu k√§mpfen, wurde jedoch von ihrem Generalstabschef Fidel V. Ramos gest√ľtzt, der 1992 als erster Protestant zum philippinischen Pr√§sidenten gew√§hlt wurde.

    1987 fand ein weiterer Versuch statt, den Moslemkonflikt zu l√∂sen. Aufgrund des Vertrags von Jeddah wurde 1989 die Autonomous Region in Muslim Mindanao gegr√ľndet, das entsprechende Referendum wurde jedoch von militanten muslimischen und christlichen Gruppen boykottiert. In dieser Zeit entstand die Terrorgruppe Abu Sayyaf.

    Zwischen dem 12. und 15. Juni 1991 lie√ü die Eruption des Vulkans Pinatubo auf der Insel Luzon f√ľr drei Monate die durchschnittliche Welttemperatur um 1,5 C¬į fallen. Der Temperaturr√ľckgang wurde durch die gro√üe Menge an Asche und Staub, die in die Erdatmosph√§re gesto√üen wurden, verursacht. Dies war der weltweit st√§rkste Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts.

    Dabei wurden auch die beiden wichtigsten philippinischen US-St√ľtzpunkte Subic und Clark zu gro√üen Teilen zerst√∂rt. Der philippinische Senat verweigerte daraufhin die 1992 f√§llige Verl√§ngerung des St√ľtzpunktvertrages von 1947. Am 30. September 1992 erfolgte der Abzug der US-Truppen von ihren St√ľtzpunkten im Land, der angesichts der vulkanischen Katastrophe acht Monate zuvor begann.

    Am 2. September 1996 unterzeichneten die philippinische Regierung unter Pr√§sident Fidel V. Ramos (1992–1998) und die auf Mindanao operierenden islamischen Separatisten des MNLF einen Friedensvertrag, der mit Hilfe der Organisation der Islamischen Konferenz und Libyen zustande kam. Nur Misuari wurde Gouverneur der Autonomous Region in Muslim Mindanao.

    Die Islamische Befreiungsfront der Moros (MILF) und die terroristischen Abu Sayyaf beteiligten sich jedoch nicht an diesem Friedensvertrag. Ein 1997 mit der MILF geschlossener Waffenstillstand zerbrach recht schnell.

    Am 1. Juni 1999 trat das Visiting Forces Agreement (VFA) in Kraft, das die erneute Stationierung von US-Truppen auf philippinischem Boden zulässt.

    Im November 1999 ver√ľbte die Neue Volksarmee (New People's Army, NPA) der maoistischen Kommunistischen Partei zahlreiche Terrorakte auf der Insel Luz√≥n. Auf ihr Konto gehen etwa 90.000 Menschenleben.

    Pr√§sident Joseph Estrada (1998–2001) startete im Jahre 2000 eine neue Offensive gegen die MILF und bek√§mpfte die Abu Sayyaf, die im gleichen Jahr etliche Entf√ľhrungen vornahm.

    Am 20. Januar 2001 wurde Pr√§sident Estrada nach einem skandal√∂sen Amtsenthebungsverfahren durch Unruhen gest√ľrzt. Daraufhin wurde Gloria Macapagal Arroyo neue Pr√§sidentin.

    2002 wurde die NPA auf Betreiben der philippinischen Regierung durch die USA und im Anschluss daran durch die EU zu einer internationalen Terroristen-Organisation erklärt. Es kommt im gleichen Jahr zu einem gemeinsamen Manöver philippinischer und US-Soldaten, bei denen US-Spezialeinheiten auf Basilan nahe Mindanao stationiert werden, um die terroristische Abu Sayyaf zu bekämpfen. Die Auseinandersetzung mit der MILF flammt auch wieder auf. Bis heute finden regelmäßige Manöver der US-Streitkräfte und der philippinischen Streitkräfte zur Bekämpfung terroristischer Organisationen statt.

    Im Mai 2004 kann sich Gloria Macapagal Arroyo bei den Pr√§sidentschaftswahlen knapp vor ihrem Gegenkandidaten Fernando Poe behaupten und wird f√ľr eine zweite Periode im Amt best√§tigt. Die Wahl fand bereits am 10. Mai 2004 statt, nach Unstimmigkeiten bei der Stimmenausz√§hlung jedoch wurde das offizielle Ergebnis erst Ende Juni verk√ľndet. Im Juni 2005 kam es zum sogenannten Hello-Garci-Skandal, bei dem Arroyo Wahlbetrug vorgeworfen wurde. Ein Amtsenthebungsverfahren scheiterte jedoch.

    Im gleichen Jahr kommt es im Zusammenhang mit dem Moslemkonflikt zu etlichen Bombenanschl√§gen, insbesondere im S√ľden der Philippinen. 2005 kommt es am Valentinstag zu drei Bombenanschl√§gen, einen davon in Manila. Die Abu Sayyaf bekennen sich zu den Anschl√§gen und nennen sie ein ‚ÄěValentinsgeschenk“ f√ľr Pr√§sidentin Arroyo. Im Jahr 2006 kommt zu einem Bombenanschlag auf eine F√§hre auf Jolo, zu der sich auch die Abu Sayyaf bekennen.

    Am 24. Februar 2006 kam es zu einem von der Regierung behaupteten Putschversuch durch Teile des Milit√§rs. √úber das Land wurde der Ausnahmezustand verh√§ngt, regierungstreues Milit√§r und andere Sicherheitskr√§fte sicherten strategisch wichtige Orte. Demonstrationsz√ľge zum 20. Jahrestag von Marcos Sturz wurden verboten, Teile der Presse zensiert und stattfindende Demonstrationen von der Polizei gewaltsam aufgel√∂st. Am 3. M√§rz 2006 wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben.

    In der Folge kommt es zu einem dramatischen Anstieg politisch motivierter Morde, vorwiegend an Mitgliedern linksorientierter Gruppen und Parteien, aber auch an Journalisten, kirchlichen Mitarbeitern und Pfarrern sowie engagierten B√ľrgern auf Gemeindeebene, mit mutma√ülicher Unterst√ľtzung oder Duldung durch Teile des Milit√§rs oder anderer Sicherheitskr√§fte. Von Januar bis Juli 2006 dokumentierte amnesty international mindestens 51 dieser politischen Morde. Die philippinische Regierung steht wegen dieser Morde unter internationalem Druck. Pr√§sidentin Arroyo setzte eine Untersuchungskommission zur Aufkl√§rung dieser Morde ein. Bis November 2006 wurden aber von dieser sogenannten Melo-Kommission keine Ergebnisse ver√∂ffentlicht.

    Quelle: Wikimedia

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